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Der Größte unter den Tigern

Amur-Tiger

(Panthera tigris altaica)

Der Amur-Tiger, auch als Sibirischer Tiger bekannt, ist die größte lebende Katze auf der Erde und einer der sechs überlebenden Unterarten des Tigers.

Der Amur-Tiger (Panthera tigris altaica), oft auch Sibirischer Tiger genannt, ist einer von fünf noch in der Wildnis lebenden Unterarten des Tigers und gehört zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Katzen und zur Gattung der Pantherkatzen.

Merkmale

Der Amur-Tiger ist die größte Tigerunterart und damit die größte lebende Katze der Erde. Ausgewachsene Männchen werden bis zu 325 Kilogramm schwer und erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 2,2 Metern. Die Schulterhöhe beträgt bis zu 1,1 Meter, die Länge des Schwanzes etwa einen Meter. Die Weibchen sind kleiner und leichter und wiegen etwa zwischen 100 und 168 kg. Das Fell weist die typische Tigerzeichnung auf. Dabei ist die Grundfarbe des Fells bei Amur-Tigern besonders hell, ebenso wie die Streifen, die meist grau bis braun statt tiefschwarz wie bei anderen Tigern sind. Die Körperunterseite ist von reinem Weiß. Mit ihrer markanten Fellfärbung sind Tiger verblüffend gut getarnt. Jedes Tier besitzt eine individuelle Zeichnung. Zum Winter hin entwickeln Amur-Tiger ein langes, dichtes Winterfell, um bei Temperaturen von bis zu minus 45°C vor Unterkühlung geschützt zu sein. Amur-Tiger sind zusammen mit den Amur-Leoparden und Schneeleoparden die einzigen Großkatzen, die an extreme Kälte angepasst sind.

Lebensraum

Amur-Tiger sind wie alle Tigerunterarten typische Waldbewohner und benötigen eine dichte Vegetation, ein ausreichendes Beutetierangebot sowie die Nähe zum Wasser. Im Verbreitungsgebiet des Amur-Tigers sind wie nirgendwo anders auf der Welt Taiga und temperierter Wald zu einem einzigartigen Ökosystem mit spektakulärer Biodiversität vereint, den gemäßigten Nadel-Laub-Mischwäldern der Amur-Region. Bestimmend für den Charakter dieser Wälder ist die Korea-Kiefer. Ihre fettreichen Samen bieten Nahrung für zahlreiche Tierarten, darunter Beutetiere des Amur-Tigers. Die Lebensbedingungen in der Amur-Region sind extrem. Die Winter sind kalt und schneereich, die Sommer heiß und trocken.

Geografische Verbreitung

Ursprünglich besiedelte der Amur-Tiger ein riesiges Gebiet im Amur-Becken und angrenzenden Regionen zwischen dem Baikalsee im Westen und dem Japanischen Meer im Osten. Das heutige Verbreitungsgebiet ist durch die massive Einflussnahme des Menschen nur noch etwa 200.000 Quadratkilometer groß, was einem Lebensraumverlust von 85% entspricht. Die letzten Amur-Tiger gibt es nur noch im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas in den Provinzen Heilongjiang und Jilin entlang der Changbai-Berge und des Ussuri-Flusses.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Der Amur-Tiger ist wie alle Tiger ein typischer Einzelgänger. In Abhängigkeit von der Aktivitätszeit seiner Beutetiere ist er sowohl dämmerungs- als auch nachtaktiv, lebt territorial und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen. Die Größe der Territorien ebenso wie die Zahl der Tiger in einer Region ist abhängig von der Dichte der Beutetiere. Die Beutetierdichte in den temperierten Wäldern im Ussurigebiet ist im Vergleich zu der in den Verbreitungsgebieten anderer Tigerunterarten relativ niedrig. Pro Quadratkilometer hat ein Amur-Tiger ca. 400 kg Wildgewicht zur Verfügung, was zum Beispiel ca. 2 Hirschen und 8 Wildschweinen entsprechen würde. In wildreichenTiger-Reservaten wie beispielsweise in Indien finden Bengal-Tiger fünf Mal so viele Beutetiere vor. Aus diesem Grund sind die Territorien der Amur-Tiger relativ groß und ihre Dichte gering. Weibchen beanspruchen Reviere, die mit 200-400 Quadratkilometern ausreichend groß sind, um sich selbst und ihre Jungen zu versorgen. Männchen hingegen durchstreifen sehr viel größere Territorien, die bis zu 1300 Quadratkilometer groß sind, und sich mit mehreren Weibchenrevieren überlappen. Die Tigerdichte im Sikhote-Alin-Gebirge beträgt zum Beispiel nur rund ein Tier pro 100 Quadratkilometer. Im Vergleich dazu beträgt die Tigerdichte im Chitwan National Park in Nepal rund acht Tiere pro 100 Quadratkilometer.

Tiger sind polygyn. Das heißt, dass sich die Männchen mit mehreren Weibchen paaren, die Weibchen sich jedoch in der Regel nur mit einem Männchen. Weibchen werden etwa mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif, Männchen mit ca. vier bis acht Jahren. Während Tiger in den Tropen und Subtropen keine feste Paarungszeit haben, kommen die Jungen der Amur-Tiger typischerweise im Frühling zur Welt. Nach einer Tragzeit von etwa 103 Tagen werden ein bis sieben, meistens jedoch zwei bis drei Jungtiere an einem schwer zugänglichen, versteckten Ort geboren. Die Jungen sind bei der Geburt blind und hilflos. Die Jungtiere werden etwa sechs Monate lang gesäugt. Spätestens nach rund 18 bis 28 Monaten verlassen sie ihr Mutterterritorium, um sich auf die Suche nach einem eigenen Revier zu begeben. Das Vatertier hat an der Aufzucht der Jungen keinen Anteil. Tiger sind bis zu einem Alter von etwa zehn bis 14 Jahre fortpflanzungsfähig. In der Wildnis können Tiger bis zu 15 Jahre, in menschlicher Obhut bis zu 26 Jahre alt werden.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Die letzte Vollzählung zum Bestand des Amur-Tigers im russischen Verbreitungsgebiet im Winter 2014/2015 ergab, dass in Russland derzeit mindestens 523 Amur-Tiger leben. Seit dem letzten Zensus im Jahr 2005 ist die Zahl der größten lebenden Raubkatze dort von 450 auf mindestens 523 angewachsen. Etwa 100 von ihnen haben nachweislich Jungtiere. In China leben schätzungsweise ca. weitere 10-26 Tiere, so dass der Gesamtbestand der Amur-Tiger mindestens 533 beträgt. Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem den Anstrengungen Russlands und des WWFs für den Tigerschutz zu verdanken und kommt auch dem globalen Ziel zu Gute, die Gesamtzahl der Tiger zum Arterhalt bis zum Jahr 2022 wieder etwa zu verdoppeln.

Zur Bestandsüberwachung, dem so genannten Monitoring, wird in Russland alle 10 Jahre eine Vollzählung der Tiger durchgeführt. Zudem werden jedes Jahr Stichprobenerhebungen durchgeführt, um aktuelle Informationen über die Größe der Bestände und die Verbreitungsgebiete der Tiger zu bekommen. Die Zählungen finden immer im Winter, wenn Schnee liegt, statt, da die Spuren dann besonders gut zu finden sind. Zusätzlich werden das ganze Jahr über an bestimmten Orten Kamerafallen aufgestellt. Anhand der Fellzeichnungsmuster können so Individuen identifiziert werden. Die Amur-Tiger sind die einzige Tigerunterart, die in einer Region mit Schneefall vorkommt und sind daher auch das Vorkommen, das am besten dokumentiert ist. In undurchdringlichen Tropenwald-Arealen wie etwa auf Sumatra ist es wesentlich schwieriger, Tiger zu zählen und deren Bestand zu schätzen.

Amur-Tiger waren vermutlich nie besonders zahlreich. Im letzten Jahrhundert ist der Amur-Tiger allerdings einmal durch das Tal der Tränen gegangen und stand kurz vor der Ausrottung. Vor rund 100 Jahren streiften noch über tausend Amur-Tiger durch die Amur-Region.In den wenigen darauffolgenden Jahrzehnten wurden sie durch massive Jagd, Überbejagung seiner Beutetiere und durch Waldzerstörung radikal dezimiert. Im Jahr 1940 konnten nur noch etwa 30 Amur-Tiger nachgewiesen werden. Seitdem hat sich der Bestand dank intensiver Schutzbemühungen und eines Jagdverbots auf ein zwar immer noch kritisches aber immerhin hoffnungserweckendes Maß erholt. In den letzten ca. zehn Jahren ist die Bestandsentwicklung sogar leicht ansteigend.

Die Amur-Region zählt zu den Gebieten mit hohen Erfolgschancen, die Zielvorgaben zum Tigerschutz zu erreichen, insbesondere aufgrund der starken Identifikation der Bevölkerung und einer vergleichbar effektiven Betreuung von Schutzgebieten. Obwohl ihr Verbreitungsgebiet aufgrund der Lebensraumzerstörung nie wieder seine ursprüngliche Größe erreichen kann, so bietet die Amur-Region in Zukunft Platz für mindestens 800 Tiger, von denen die meisten in Russland vorkommen werden.

Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN ist sowohl die Art Tiger insgesamt als auch die Unterart Amur-Tiger stark gefährdet. Tiger sind im gesamten Verbreitungsgebiet nach nationalem Recht der Verbreitungsstaaten geschützt und die Jagd auf sie ist überall verboten. Sie sind seit 1975 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES im Anhang I gelistet. Somit ist auch jeder kommerzieller Handel mit Tigerprodukten international verboten. In der europäischen Artenschutzverordnung wird die Art im Anhang A gelistet und besitzt somit in der Europäischen Union ebenfalls höchsten Schutzstatus.

Bedrohungen

Heute ist die Wilderei die größte Bedrohung für den Amur-Tiger. Zudem leiden sie unter Lebensraumverlust und Beutetiermangel. Zu direkten Mensch-Tiger-Konflikten kommt es in der Amur-Region im Unterschied zu manchen anderen Verbreitungsgebieten nur sehr selten. Tiger sind seit mehr als 1.000 Jahren für die Verwendung in der Traditionellen Asiatischen Medizin vor allem in China stark nachgefragt. Nahezu allen Körperteilen werden Heilkräfte zugeschrieben. Auch wenn durch die weltweiten Jagd-, Handels- und Nutzungsverbote die Tigerbestände besser geschützt sein sollten, lebt der Aberglaube an die Heilkräfte weiter. Hohe Preise auf den internationalen und vor allem asiatischen Schwarzmärkten verlocken Wilderer dazu, Jagd auf Tiger zu machen. Der Schwarzmarktpreis in China für ein Kilogramm Tigerknochen lag in den Jahren 2005/06 bei über 6.500 US-Dollar pro Kilogramm. Zudem sind die Felle der seltenen Amur-Tiger bei reichen Russen als Prestigeobjekte sehr begehrt, die dafür je nach Größe 10-20.000 US-Dollar bezahlen. Die Wildererbanden sind in den meisten Fällen mafiaähnlich organisiert.

Nach der Wilderei ist die fortschreitende Lebensraumzerstörung ein großes Problem für das Überleben des Amur-Tigers. In Russland werden Wälder durch illegalen oder legalen aber nicht nachhaltigen Holzeinschlag und vom Menschen verursachte Brände zerstört. Durch den übermäßigen Holzeinschlag, insbesondere von wertvollen fruchttragenden Bäumen, gibt es auch weniger Beutetiere. In China existiert seit längerem ein Stopp des Holzeinschlags, der aus ökonomischen Gründen eingeführt wurde, um die Wälder als Holzquelle langfristig zu regenerieren. Für die Erholung braucht der Wald allerdings noch Jahrzehnte und die Zahl der Beutetiere ist immer noch viel zu niedrig. Zudem ist die zunehmende Zerschneidung und damit verbundene Zersplitterung des Lebensraums durch Straßen, Siedlungen, Agrarflächen und Bergbau ein weiterer Faktor, der das Überleben des Tigers in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet gefährdet. Hinzu kommt die intensive, oft illegale Bejagung der Beutetierarten in Russland und China und der damit verbundene Rückgang der natürlichen Wilddichte in den Wäldern.

Nach dem Zusammenfall der Sowjetunion und dem damit einhergehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch ist die Jagd in den Wäldern der Amur-Region für viele Bewohner des Russischen Fernen Ostens eine der wenigen Einkommensmöglichkeiten, sich und ihre Familien zu ernähren. Im angrenzenden China ist es ähnlich. Vor allem auf dem Land zwingt Armut die Menschen ein Auskommen im Wald zu finden und Wild in Schlingen zu fangen.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden