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Nachts unterwegs in Afrika

Flusspferd

(Hippopotamus amphibius)

Die Familie der Flusspferde (Hippopotamidae) gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) und umfasst die zwei Gattungen Hippopotamus und Hexaprotodon mit jeweils einer Art: Flusspferd, auch Großflusspferd genannt: Hippopotamus amphibius mit der Unterart H. a. tschadensis, Zwergflusspferd: Hexaprotodon liberiensis mit der Unterart H. l. heslopi.

Trotz ihres Namens sind diese Säugetiere nicht mit den Pferden verwandt, sondern stehen stammesgeschichtlich den Walen (Cetacea) am nächsten. Molekulargenetische Untersuchungen haben ergeben, dass Wale und Flusspferde gemeinsame, Vorfahren hatten, die sich vor etwa 50 bis 60 Millionen Jahren in verschiedene Gruppen gespalten und unterschiedlich weiterentwickelt haben.

Auch der oftmals verwendete Name Nilpferd ist irreführend. Vermutlich wurden die ersten Flusspferde am Nil entdeckt und daher nach dem Fluss benannt. Heute sind sie aber am Unterlauf des Nil ausgerottet.

Merkmale

Das Großflusspferd erreicht eine Körperlänge von etwa 3,50 Metern, hat eine Schulterhöhe von ungefähr 1,40 Metern und die Männchen wiegen zwischen 1,6 und 3,2 Tonnen. Die Weibchen sind mit maximal 1,4 Tonnen etwas leichter. Das Zwergflusspferd hat dagegen nur eine Körperlänge von 1,50 bis 1,75 Meter, eine Schulterhöhe von maximal einem Meter und ein Gesamtgewicht von 180 bis 275 Kilogramm. Damit hat das Großflusspferd ein wesentlich massigeres und plumperes Erscheinungsbild. Beide Arten haben einen wal- zenförmigen Körper mit kurzen stämmigen Beinen und vier Zehen mit Schwimmhäuten an den Füßen. Jedoch ist der Körper des Zwergflusspferdes stromlinienförmiger und auch der Kopf erscheint graziler und kleiner. Zudem ist sein Rücken in der Körpermitte nach oben gewölbt, während der des Großflusspferdes dort eher gradlinig ist.

Die Augen, Ohren und Nasenlöcher des Großflusspferdes liegen hoch am Kopf, damit sie aus dem Wasser herausragen, wenn das Tier unter der Wasseroberfläche schwimmt und ruht. Die Tauchdauer kann bis zu sechs Minuten betragen. Beim Zwergflusspferd, das mehr Zeit an Land verbringt, befinden sich die Augen seitlich am Kopf und die Schwimmhäute an den Füßen sind nicht so stark ausgeprägt.

Der Körper der beiden Arten ist fast haarlos, nur am Schwanz und am Maul befinden sich borstenartige Haare. Die Hautfarbe des Zwergflusspferdes ist dunkel schiefergraugrün bis olivbraun. Das Großflusspferd hat eine grauschwarze Färbung, die in den Hautfalten und um die Augen und Ohren ins Rosa übergeht.

Charakteristisch für beide Flusspferdarten ist das große Maul. Der Kiefer setzt weit hinten am Schädel an, weshalb sie ihr Maul sehr weit öffnen können – bis zu einem Winkel von 150 Grad (beim Menschen nur 45 Grad). Im Oberund Unterkiefer besitzen sie bis zu 50 Zentimeter lange Eckzähne, die ständig nachwachsen. Mit ihrem ungeheuren Kaudruck können sie sogar den Panzer eines Krokodils durchdringen. Ihre Eckzähne dienen als Waffe bei der Verteidigung und bei Kämpfen untereinander.

Flusspferde sind nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich im Wasser auf und nachts wandern sie etwa drei bis vier Kilometer zu ihren Weidegründen an Land. Flusspferde verbringen viel Zeit im Wasser, was vor allem an ihrer einzigartigen Hautstruktur liegt. Einerseits verdunstet durch ihre Haut deutlich mehr Feuchtigkeit, als bei anderen Säugern. Andererseits besitzen sie keine Talgdrüsen und können daher nicht schwitzen. Sie benötigen deshalb eine feuchte Umgebung, um nicht auszutrocknen und zur Kühlung. Vermutlich als Sonnenschutz sondern Drüsen unter ihrer Haut einen Schleim ab, der sich an der Luft rötlichbraun färbt. Zugleich hat das Sekret auch eine antibakterielle Wirkung, so dass Kampfwunden der Tiere erstaunlich rasch abheilen.

Lebensraum

Die zwei Flusspferdarten haben sich an völlig unterschiedliche Lebensräume angepasst. Das Großflusspferd lebt in Savannen, wo sie die Uferregionen von Flüssen oder Seen bewohnen. In reinen Waldgebieten fehlen sie. Ihr Überleben hängt davon ab, dass sie sowohl Zugang zu Weideflächen haben als auch zu Wasser. Gesunde Flusspferdbestände sind für das ökologische Gleichgewicht von Flüssen und Seen sehr wichtig, denn der Dung der Riesen stellt einen wesentlichen Bestandteil der Nahrungskette insbesondere für Fische, dar.

Das Zwergflusspferd führt eine eher versteckte Lebensweise in dichtem Regenwald. Sie sind nur selten in tiefen Gewässern anzutreffen. Sie halten sich eher in Sumpflöchern, Pfützen oder Lachen auf, in denen sie sich wälzen. Unterschlupf finden sie auch unter überhängenden, ausgewaschenen Ufern, wo sie die Höhlungen durch Hinundherbewegungen ihres Kopfes selbst erweitern.

Nahrung

Gemessen an der Körpergröße sind Flusspferde bescheidene Esser, denn sie nehmen täglich nur 1 bis 1,5 Prozent ihres Körpergewichts zu sich. Andere vergleichbar große Säuger wie das Nashorn fressen doppelt so viel. Flusspferde sind keine Wiederkäuer, obwohl ihr Verdauungssystem Ähnlichkeiten mit diesen aufweist.

Die Großflusspferde ernähren sich fast ausschließlich von Gras, das sie überwiegend nachts abweiden. Beim Fressen beißen sie das Gras nicht mit den Zähnen ab, sondern reißen es mit ihren verhornten Lippen aus. Gelegentlich fressen sie Aas. Die Ernährung des Zwergflusspferdes ist wesentlich abwechslungsreicher und besteht aus krautigen Pflanzen, Laub, Gräsern, Wasserpflanzen, herabgefallenen Früchten, Knollen und Wurzeln. Die Nahrung findet es bei den nächtlich Streifzügen durch das Wohnareal im Regenwald.

Geografische Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet beider Arten ist ausschließlich auf die Gebiete Afrikas, südlich der Sahara beschränkt.

Großflusspferde leben in den Flüssen der Savannengebiete in West-, Zentral-, Ostund im Südlichen Afrika. Die größten Populationen gibt es in Sambia und der Demokratischen Republik Kongo. Im Staat Südafrika sind sie bis auf Populationen im Kruger Nationalpark verschwunden. Die Unterart H. a. tschadensis lebt im Niger und Tschad. Das Zwergflusspferd findet man hauptsächlich in Liberia und einige wenige Populationen in den Nachbarstaaten Sierra Leone, Guinea und Elfenbeinküste. Die Unterart H. l. heslopi lebt in der Region des Nigerdeltas in Nigeria.

Flusspferde waren einst weit verbreitet. In historischer Zeit bewohnte das Flusspferd auch das Nilgebiet, Mesopotamien und Nordwestafrika, wo es vor etwa 3.500 Jahren verschwand. Bis zum Eiszeitalter lebten Flusspferde auch in Südostasien und in Südeuropa. Auf den Kontinenten Amerika und Australien kamen sie vermutlich nie vor.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Etwa 10 Prozent der männlichen Großflusspferde etablieren ein Revieren. Sie dulden zwar andere Männchen in ihrem einige Hundert Meter großen Wasserterritorium, doch das alleinige Paarungsrecht ist dem dominanten Männchen vorbehalten. Wird der Revierinhaber von einem jüngeren Bullen herausgefordert, kann es zu blutigen Kämpfen zwischen den Männchen kommen. Durch Drohgebärden mit weit aufgerissenem Maul soll der Gegner eingeschüchtert werden, nur selten endet der Kampf für einen der Kontrahenten tödlich. Verletzungen rühren von den sehr scharfen Eckund Schneidezähen her.

Die weiblichen Tiere finden sich allmorgendlich an den Wasserplätzen zu Gruppen zusammen, jedoch hat dieses Verhalten keinen sozialen Zweck. Die Kühe gehen meist allein oder nur in Begleitung ihrer Kälber zum Weiden. Das Leben der Großflusspferde kann daher als gesellig, aber einzelgängerisch bezeichnet werden. Im Unterschied dazu sind Zwergflusspferde Einzelgänger. Die Männchen der Zwergflusspferde verteidigen vermutlich keine Reviere, sondern durchstreifen Wohnareale, die sich mit denen anderer Artgenossen überlappen können. Werden Zwergflusspferde in einer Gruppe beobachtet, dann handelt es sich dabei um ein paarungsbereites Weibchen und mehrere männliche Werber oder um Mutter-Kalb-Gemeinschaften.

Die Paarung vollziehen die Großund Zwergflusspferde im Wasser, letztere gelegentlich auch an Land. Die Tragzeit der massigen Tiere ist mit acht Monaten für das Großbzw. etwa sieben Monaten für das Zwergflusspferd recht kurz. Die Weibchen gebären meist jeweils ein Junges im Wasser, selten an Land. Das Geburtsgewicht ist bei beiden Arten sehr unterschiedlich. So wiegt das Kalb des Großflusspferdes zwischen 22 und 33 Kilogramm und das des Zwergflusspferdes zwischen fünf und sieben Kilogramm. Das Kalb wird ein Jahr lang gesäugt, beginnt aber schon nach einigen Wochen, zusätzlich pflanzliche Nahrung aufzunehmen. Das Junge bleibt bei der Mutter bis es mit acht Jahren ausgewachsen ist. Geschlechtsreif werden junge Flusspferdweibchen im Alter von sieben bis neun und Männchen mit neun bis elf Jahren. Bullen besitzen in diesem Alter aber kein eigenes Revier, sie paaren sich daher in der Regel erst mit 20 oder mehr Jahren. Wildlebende Flusspferde werden 30 bis 40 Jahre alt.

Typisch für Flusspferde sind ihre Lautäußerungen, die mit einem hohen Quieken beginnen und dann langsam in ein dumpfes Grollen übergehen Die eindrucksvollen Rufe ertönen nur tagsüber und dienen der Kommunikation. Eine Herde kann auch gemeinsam zu einem „Chorgesang“ anstimmen, auf den benachbarte Herden antworten. Warum die Flusspferde einen derartigen Chorus anstimmen, ist bislang unklar.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Insgesamt leben in Afrika noch zwischen 125.000 und 148.000 Großflusspferde und nur 2.000 bis 3.000 Zwergflusspferde in freier Wildbahn (IUCN 2006). Der Entwicklungstrend ist bei beiden Arten abnehmend.

Die Zahl der in Westafrika lebenden Großflusspferde ist mit 7.000 Individuen verhältnismäßig gering. Sie verteilen sich auf kleine Populationen über insgesamt 19 Länder. Ihr Vorkommen in Ostafrika liegt bei insgesamt 70.000 Individuen, wovon 30.000 im Osten der Demokratischen Republik Kongo leben. Besonders viele Großflusspferde finden sich auch in Äthiopien, Kenia und im Sudan. Im Queen Elisabeth Nationalpark in Uganda lebten einst 24.000 Tiere wovon 1970 nur noch 11.000 gezählt wurden und durch die starke Wilderei verringerte sich 1989 ihre Zahl auf nur Hintergrundinformation Mai 2008 · Flusspferde 4 noch 2.172 Exemplare. Ein dramatischer Rückgang ist auch im Virunga Nationalpark im Kongo zu verzeichnen. Seit 1973 ist die Anzahl an Großflusspferden von etwa 29.000 auf 1.300 Tiere im Jahre 2003 geschrumpft. Im Süden Afrikas leben insgesamt 80.000 Flusspferde. In Sambia ist die größte Population aus ganz Afrika zu verzeichnen (40.000), die vor allem im Luangwa Tal (20.000– 25.000) und im Lochinva Nationalpark beheimatet ist. Andere Länder mit einer hohen Anzahl an Tieren sind Mozambique (16.000–20.500) und Malawi (10.000). Der Gorongosa Nationalpark ist die einzige Region in der die Anzahl an Großflusspferden um ungefähr 20 Prozent seit 1974 angestiegen ist.

Das Zwergflusspferd ist auf nur vier Westafrikanische Länder begrenzt. Der Großteil der Population lebt in Zentralund Südost-Liberia, wo das Zwergflusspferd zum Beispiel im Sapound Krahn-Bossa Nationalpark vorkommt. In Sierra Leone wird die Population auf 80 bis 100 Individuen geschätzt und in Guinea gibt es nur Restbestände, deren Lebensräume nicht zusammenhängend sondern inselartig isoliert sind. An der El- fenbeinküste leben ebenfalls nur zersplitterte Populationen entlang der Grenze zu Liberia.

Beide Flusspferdarten sind in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN aufgelistet. Das Großflusspferd wird dabei als „gefährdet“, das Zwergflusspferd als „stark gefährdet“ und seine Unterart H. l. heslopi als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Im W ashingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) sind beide Flusspferdarten im Anhang II gelistet. Damit dürfen die Flusspferde und die aus ihnen gefertigten Produkte nur kontrolliert mit entsprechenden Genehmigungen gehandelt werden.

Lebensraumverlust

Das Zwergflusspferd ist durch die Zerstörung seines Lebensraumes stark gefährdet. Sein Lebensraum hat sich in den vergangenen 100 Jahren und vor allem in den letzten 30 Jahren dramatisch verändert. Die Waldrodung für landwirtschaftliche Flächen sowie Holzeinschlag und die Landnutzung durch Menschen fordern immer mehr Land. Die Populationen wurden dadurch in immer kleinere Gebiete zurück gedrängt, die zunehmend inselartig voneinander isoliert sind.

Die Hauptgefahr für die großen Flusspferde liegt in der Bejagung und nicht so sehr im Verlust ihres Lebensraumes. Allerdings kommt es manchmal zu Konflikten mit Farmern, denn Flusspferde werden als Ernteschädlinge angesehen. Zuweilen verwüsten sie Reisfelder und fressen die Reispflanzen, die ihrer natürlichen Nahrung (Gräser) sehr ähneln.

Bejahgung

EDie größte Gefahr für die Großflusspferde geht von der Bejagung aus. Da sie sich tagsüber in großen Gruppen im Wasser aufhalten, sind sie für Wilderer leichte Opfer. Sie werden primär wegen ihres Fleisches gejagt, aber auch wegen der großen Eckund Schneidezähne, die als Jagdtrophäen begehrt sind. Eine intensive Jagd wird vor allem durch zivile Unruhen in den afrikanischen Ländern geschürt.

Laut einer 1994 veröffentlichen Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und IUCN, hat der illegale Export mit Flusspferdzähnen stark zugenommen. Das liegt maßgeblich an dem Handels- verbot mit Elefanten-Elfenbein seit 1989 und der damit verbundenen Nachfrage nach Alternativen. In den Jahren 1991 bis1992 wurden 27.000 Kilogramm Flusspferd-Eckzähne exportiert, das waren 15.000 Kilogramm mehr als zwischen 1989 und 1990.

Die Zwergflusspferde sind von der Jagd ebenfalls betroffen. Hauptsächlich durch „bushmeat“ Jäger, die sie wegen ihres Fleisches jagen.

Außerdem sind politische, nationale und internationale Konflikte in Sierra Leone, Guinea and Liberia für die Dezimierung des Zwergflusspferdes mit verantwortlich. Darüber hinaus ist das Grenzgebiet zwischen Guinea und Liberia zunehmend durch Flüchtlinslager geprägt, die ebenfalls negative Auswirkungen auf die Flusspferdpopulationen haben. Sie beanspruchen Land und die Flüchtlinge wildern aus Nahrungsmangel auch Flusspferde.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden