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Das mächtigste Reptil unserer Zeit

Leistenkrokodil

(Crocodylus porosus)

Das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) ist das größte heute lebende Krokodil. Es wird meist fünf bis sieben Meter lang, in Ausnahmefällen sogar über neun Meter. Leistenkrokodile gehören wie alle heute lebenden Krokodilarten in die Unterklasse der Großsaurier, zu der auch die ausgestorbenen Dinosaurier zählten. Das Leistenkrokodil kann somit als „lebendes Fossil“ bezeichnet werden.

Das Leistenkrokodil gehört in die Klasse der Reptilia (Kriechtiere), in die Ordnung der Crocodylia (Krokodile) und dort in die Familie der Crocodylidae (Echte Krokodile). Innerhalb der Echten Krokodile gibt es drei Gattungen, das Leistenkrokodil gehört zur Gattung Crocodylus, die insgesamt 12 Arten umfasst.

Merkmale

Krokodile sind die letzten noch lebenden Verwandten aus der Unterklasse der Großsaurier, zu denen auch die ausgestorbenen Dinosaurier zählten. Bereits vor mehr als 200 Millionen Jahren in der Unteren Trias waren die Ahnen der heute lebenden Krokodilarten auf unserem Planeten zu Hause.

Krokodile sind wechselwarm, dass heißt, sie nehmen die Temperatur ihrer Umgebung an. Bei Kälte sinkt ihre Aktivität. Krokodile suchen daher gezielt sonnige Plätze auf, um sich aufzuwärmen. Wird ihnen zu warm, kühlen sie sich im Wasser ab. Die durchschnittliche Körpertemperatur der Krokodile liegt bei etwa 25,5 Grad Celsius. Das Leistenkrokodil, das auch unter dem Namen Salzwasserkrokodil bekannt ist, gilt als die größte heute lebende Krokodilart. Gewöhnlich werden Leistenkrokodile fünf bis sieben Meter lang, in Ausnahmefällen jedoch über neun Meter. Das Gewicht eines Leistenkrokodils kann über eine Tonne betragen. Der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Leistenkrokodilen ist äußerlich nur schwer zu erkennen. Männliche Tiere wirken gegenüber gleichaltrigen Weibchen insgesamt massiger, haben wuchtigere Schädel und breitere Unterkiefer. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist eine deutliche Verdickung an der Schwanzwurzel bei den männlichen Leistenkrokodilen. Wie alle Arten in der Familie der Echten Krokodile weisen auch die Leistenkrokodile eine Einbuchtung vorn auf beiden Seiten des Oberkiefers auf. Diese Aussparungen bieten Platz für den jeweils vierten Unterkieferzahn, so dass die Zähne auch bei geschlossenem Maul sichtbar bleiben. Der Grund für den deutschen Namen des Leistenkrokodils sind zwei vorn an den Augen zur Nase hinführende Leisten. Erwachsene Exemplare der Leistenkrokodile sind einfarbig dunkeloliv bis grau gefärbt. Jungtiere haben auf hellem Grund dunkle Flecken. Die helle Bauchseite ist fleckenlos.

Alle Krokodile, auch Leistenkrokodile, können sehr gut sehen. Ihre Augen sind relativ groß und gut an das Sehen bei Dunkelheit angepasst. Die senkrecht stehende Pupille der Krokodile kann stark erweitert werden. So gelangt mehr Licht ins Augeninnere und ermöglicht dem Krokodil, auch in der Nacht oder Dämmerung gut zu sehen. Zum Schutz der Augen haben Krokodile drei Lider. Ein oberes und unteres zum Teil verknöchertes Lid sowie die so genannte Nickhaut. Die Nickhaut ist eine durchsichtige, dünne Haut, die vom inneren Augenwinkel über das Auge gezogen wird, wenn das Krokodil abtaucht. Zum Schutz gegen eindringendes Wasser werden auch Ohren und Nasenlöcher durch eine Hautklappe verschlossen.

Lebensraum

Leistenkrokodile leben in Küstengewässern und Mündungsgebieten. Sie sind im offenen Meer und auch in Flüssen und Sümpfen im Landesinneren weitab der Küsten anzutreffen. Häufig kommen sie in Brackwasser und Mangroven vor. Sie besiedeln in ihren Lebensräumen sowohl Salz- als auch Süßwasser.

Geografische Verbreitung

Leistenkrokodile haben auf der Zungenoberfläche Salzdrüsen, mit denen sie überschüssiges Natrium wieder ausscheiden können. Somit besitzen sie eine große Salzverträglichkeit und können weite Strecken im Meer zurückzulegen und auch abgelegene Inseln besiedeln. Daher haben Leistenkrokodile das größte zusammenhängende Verbreitungsgebiet aller Echten Krokodile. Es erstreckt sich von der Küste und den Flüssen im Westen Südindiens und Sri Lankas über Ostindien, Bangladesch und Myanmar bis zur malaiischen Halbinsel. Verbreitungsstaaten sind weiterhin: Thailand, Malaysia, Brunei und Singapur. Ferner findet man sie in Kambodscha, Vietnam, Indonesien und auf den Philippinen. Auch auf Papua-Neuguinea, dem Inselstaat Vanuatu, den Salomonen und in Nordaustralien sind sie verbreitet. Sogar bis auf die Inselstaaten Palau, Fidschi und Nauru im Westpazifik sind Leistenkrokodile vorgedrungen.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Leistenkrokodile sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Während des Tages liegen sie meist im flachen Wasser, am Ufer eines Gewässers oder im Uferschlamm einer Lagune. Auf Neuguinea graben sie während der Trockenzeit tunnelartige Gänge in die Ufer ausgetrockneter Lagunen. Diese untereinander verbundenen Gänge münden in eine Erdkammer, in der die Leistenkrokodile allein oder zu zweit die Trockenzeit verbringen. Gelegentlich teilen sie die Höhlen auch mit Wasserschildkröten.

Weibliche Leistenkrokodile erreichen mit etwa 10 bis 12 Jahren die Geschlechtsreife. Sie sind zu diesem Zeitpunkt ungefähr zwei Meter lang. Auch die Männchen werden meist erst mit etwa 12 Jahren fortpflanzungsfähig.

Die Paarungszeit variiert innerhalb des riesigen Verbreitungsgebietes der Leistenkrokodile. Oft findet die Fortpflanzung nach Beendigung der regional unterschiedlichen Trockenperioden statt. Vor der Kopulation umschwimmen die männlichen Leistenkrokodile die Weibchen und stimulieren sie mit Schnauzenstößen. Wichtig für die Fortpflanzung ist auch der Geruchssinn. Der starke Moschusgeruch der Unterkiefer- und Kloakendrüsen wirkt stimulierend und erleichtert den Leistenkrokodilen das gegenseitige Auffinden der Geschlechter.

Die Eiablage findet etwa einen Monat nach der Befruchtung statt. Das Weibchen baut dann in Gewässernähe einen Bruthügel aus Pflanzenteilen und Erde. Die Nester der Leistenkrokodile sind bis zu 90 Zentimeter hoch und erreichen einen Durchmesser von 120 bis 250 Zentimetern. Die Weibchen legen etwa 20 bis 90 Eier in das Nest. Kurzfristiges Überfluten des Bruthügels überstehen die Eier unbeschadet. Länger andauernde Temperaturschwankungen und zu hohe Feuchtigkeit im Nest können jedoch die Embryonen der Leistenkrokodile schädigen. Um das Nest vor Plünderern zu schützen, gräbt sich das Weibchen neben dem Bruthügel eine Suhle. Diese füllt sich mit Sickerwasser, so dass das Weibchen gut getarnt das Gelege bewachen kann. Die Jungen schlüpfen nach etwa drei Monaten. Kurz vor dem Schlüpfen geben die Jungtiere im Ei quäkende Laute von sich, woraufhin die Mutter das Gelege ausgräbt. Auch nach dem Schlüpfen bewacht die Mutter die Jungen noch etwa zehn Wochen. Beim Schlupf sind die Leistenkrokodile 25 bis 30 Zentimeter groß und erreichen im ersten Lebensjahr in freier Natur eine Gesamtlänge von ca. 45 Zentimetern. Die meisten der jungen Leistenkrokodile werden aber Opfer von Raubtieren, Greifvögeln, Waranen, Stelzvögeln, Schlangen, Fischen und größeren Artgenossen.

Krokodile pflanzen sich jährlich fort und können ein hohes Alter erreichen. Vermutlich werden Leistenkrokodile über 100 Jahre alt.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war das Leistenkrokodil bedeutend häufiger und an fast allen Küsten und Flussmündungen seines Verbreitungsgebietes zu finden. Als sich ab den 1950er Jahren die Krokodiljagd zu einem einträglichen Geschäft entwickelte, wurden die Tiere überall gezielt verfolgt und getötet. Mit dem Verbot jeglichen kommerziellen Handels seit 1979 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES nahm der Jagddruck auf Krokodile rapide ab. Die Populationen konnten sich vielerorts wieder erholen, genaue Bestandszahlen liegen aber aufgrund mangelnder Daten nicht vor.

Von der Weltnaturschutzunion IUCN wurde das Leistenkrokodil 1990 aufgrund erholter Bestände von der Kategorie „stark gefährdet“ auf „gefährdet“ herabgestuft. Dies ist ein positives Zeichen, was auf die Wirksamkeit internationaler Schutzabkommen wie CITES zurückzuführen ist. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) sind die Leistenkrokodilbestände (außer die in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea) in Anhang I gelistet. Mit ihnen und ihren Produkten ist der kommerzielle Handel verboten. Die Leistenkrokodil-Populationen der Länder Australien, Indonesien und Papua Neuguinea stehen im Anhang II. In diesen Ländern ist der kontrollierte Handel mit Leistenkrokodilen oder ihren Teilen erlaubt. Als Reglementierung darf jährlich nur eine bestimmte Zahl an Krokodilen ausgeführt werden. Im Jahr 2005 kamen nach Angaben von CITES 15.000 Häute von Leistenkrokodilen in den Handel. Die gehandelten Krokodile stammen teilweise von aus der Wildnis entnommenen Eiern, die in Farmen großgezogen werden. Viele dieser Leistenkrokodile werden aber auch eigens für den Handel in Farmen gezüchtet. In der Europäischen Artenschutzverordnung (EG-Verordnung 338/97) werden die Leistenkrokodile im Anhang A aufgelistet. Ausgenommen sind die Leistenkrokodil-Populationen in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea. Sie sind in Anhang B verzeichnet. Für Anhang A Arten gilt der höchste Schutzstatus in der Europäischen Union. Sie und ihre Produkte dürfen nicht gehandelt werden. Staaten deren Leistenkrokodil-Populationen unter Anhang B fallen, dürfen die Art über Genehmigungen kontrolliert handeln. Solange das internationale Abkommen eingehalten wird, besteht durch den Handel keine akute Gefahr für die Wildpopulationen der Leistenkrokodile.

Bedrohungen

Hunderttausende von Leistenkrokodilen wurden in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts jährlich erlegt, um aus der Haut der Tiere Modeartikel wie Taschen und Schuhe herzustellen. Diese intensive und systematische Bejagung führte in einigen Ländern wie beispielsweise Sri Lanka zur Ausrottung vieler Bestände und in anderen Regionen zu einer starken Dezimierung. Die unmittelbare Bedrohung durch die Jagd konnte durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES 1979 sehr stark reduziert werden. Heute ist der Lebensraumverlust die Hauptbedrohung. Vor allem die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Zerstörung der Mangroven dezimieren den Lebensraum des Leistenkrokodils.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden