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Zottelpelz

Lippenbär

(Melursus ursinus)

Der Lippenbär gehört innerhalb der Ordnung der Carnivora (Raubtiere) zur Familie der Ursidae (Großbären). Unter den Großbären bildet der Lippenbär neben vier weiteren Gattungen die Gattung Melursus.

Den Namen hat Lippenbär (Melursus ursinus) wohl seinen langen und gut beweglichen Lippen zu verdanken. Lippenbären fressen, auch wenn die Hauptnahrung aus Früchten besteht, sehr gerne Insekten und Honig. Die langen Lippen fungieren dabei als Saugapparat.

Eine etwas kleinere Variante auf Sri Lanka gilt als Unterart des Lippenbärs (M. u. inornatus).

Merkmale

Der Lippenbär kann bis zu 1,9 Meter lang werden. Seine Schulterhöhe misst dabei 60 bis 90 Zentimeter. Bei Gleichaltrigen sind die 80 bis 145 Kilogramm schweren Männchen größer als die Weibchen, die nur 55 bis 95 Kilogramm wiegen. Der Lippenbär zeichnet sich durch ein langes, zottiges Fell aus, was aufgrund des tropischen Lebensraumes außergewöhnlich erscheint. Es fungiert jedoch als Isolation und schützt ihn vor der Hitze. Besonders lang – bis zu 15 Zentimeter – sind die Haare im Nacken und am Hinterkopf. Meist ist das Fell der Lippenbären schwarz gefärbt; braune oder rötliche Lippenbären sind jedoch nicht selten. Auf der Brust haben Lippenbä- ren oft eine gelb-weißliche, hufeisenförmige Fellmarkierung. Sie besitzen lange Krallen an ihren Tatzen. Besonders an den Vorderfüßen sind diese mit sechs bis acht Zentimetern sehr lang. Neben den langen Krallen sind auch die nach innen gewendeten Vorderbeine eine Anpassung an das Graben im Boden.

Lebensraum

Lippenbären besiedeln verschiedene Lebensräume: Grasland, Sal-Wälder (benannt nach dem SalBaum Shorea robusta) und Monsunwälder. Die genaue Lebensraumnutzung und die Rolle der Lippenbären im Ökosystem sind noch nicht genau erforscht. Von den Populationen in den Nationalparks Chitwan und Bardia in Nepal weiß man, dass sie sich während der Trockenzeit gerne im Grasland aufhalten, da dann die Zahl der schmackhaften Termiten sehr groß ist. In der Regenzeit ziehen sich die Lippenbären wieder in die Wälder des Hochlandes zurück, wo sie dann zahlreiche Früchte finden.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Lippenbären sind Einzelgänger und leben in festen Revieren, die sie durch Kratz- und Urinspuren, zum Beispiel an Bäumen markieren. Eine größere Rolle als die räumliche Distanzierung spielt die zeitliche Trennung von Jungtier führenden Weibchen und Männchen. Während Männchen und Weibchen ohne Jungtiere nachts aktiver sind als tagsüber, sind Weibchen mit Nachwuchs meist tagaktiv. Dies liegt vor allem an der Gefahr für Jungtiere, die von nachtaktiven Feinden, wie Tigern, Leoparden und sogar den aggressiven Lippenbärmännchen ausgeht. Zur Paarungszeit, von Juni bis Juli, konkurrieren oft drei bis vier Männchen um ein paarungsbereites Weibchen. In der Regel kommt es zwischen den Männchen zu keinen größeren Kampfhandlungen, sie können sich aber mit ihren scharfen Eckzähnen erhebliche Verletzungen zuführen. Das Weibchen bringt nach vier bis sieben Monaten Tragzeit ein bis zwei Junge zur Welt, die bei der Geburt zwischen 400 und 550 Gramm wiegen. Zur Geburt zieht sich das Weibchen in eine Höhle zurück, in der sie mit ihren Jungen zwei bis drei Monate bleibt. Während dieser Zeit verlässt die Mutter die Höhle kaum und nimmt fast keine Nahrung zu sich. In Gefangenschaft können Lippenbären bis zu 34 Jahre alt werden, bei frei lebenden Tieren ist die Lebenserwartung nicht bekannt.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Der Gesamtbestand an Lippenbären wird auf 10.000 bis 20.000 Individuen geschätzt. In Schutzgebieten sind die Bestände meist stabil, außerhalb dieser allerdings oft zurückgehend. Der Lippenbär stellt in all seinen Verbreitungsstaaten eine geschützt Art dar, und wird von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste als „gefährdet“ gelistet. Die Art ist im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) in Anhang I gelistet. Der internationale kommerzielle Handel mit den Tieren oder ihren Teilen ist somit verboten. In der europäischen Artenschutzverordnung (EGVerordnung 338/97) wird der Lippenbär in Anhang A geführt. Somit gilt für das Einführen der Tiere und Teilen von ihnen (wie Felle) in die Europäische Union der höchste Schutzstatus. Das heißt: Die Tiere oder Produkte aus ihnen dürfen nicht gehandelt werden.

Weitere Bedrohungen

Bejagung

Die Jagd auf die Lippenbären ist ein weiterer bedeutender Faktor, welcher zur Dezimierung des Bestandes führt. Besonders wegen ihrer Gallenblase sind die Lippenbären ein begehrtes Objekt für Wilderer. Die Galle wird in der Traditionellen ostasiatischen Medizin als Mittel gegen Kopfschmerzen, Fieber, Magen- und Darmbeschwerden und als Antiseptikum verwendet. In den 1970er Jahren wurden nach Schätzungen von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von IUCN und WWF, jährlich Teile von bis zu 1.500 Bären aus Indien nach Japan exportiert. In Indien werden auch für die Abrichtung als Tanzbären immer wieder Tiere gefangen. Ihnen werden die Zähne und Krallen entfernt und mit einem Ring durch die Nase werden sie zum Tanzen gezwungen. Da die Siedlungsgebiete der Menschen immer näher in die verbliebenen Bärenlebensräume vordringen, nutzen die Bären auch Felder als Futterquelle. Als Folge von solchen „MenschWildtierkonflikten“ werden sie häufig vergiftet oder erschossen.

Lebensraumverlust und Umweltveränderung

Die Hauptbedrohung für den Lippenbären ist der Verlust seines Lebensraumes. Riesige Waldflächen wurden im Verbreitungsgebiet des Lippenbä-ren gerodet. Das Anlegen von Monokulturen, beispielsweise für Tee-, Eukalyptus- und TeakPlantagen, die Expansion des Ackerlandes und die zunehmende Besiedlung seines Lebensraums durch den Menschen führt zu einer Bestandsabnahme des Lippenbären. Im Terai, dem Tiefland im Süden Nepals, hat sich von 1960 bis 1980 die Bevölkerung nahezu verdreifacht. Dort wurde die Hälfte der Waldfläche wurde in Ackerland umgewandelt.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden