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Heulen nach Mama

Seehund

(Phoca vitulina)

Die großen, runden Augen, die feuchte „Stupsnase“, das raue Bellen und das hundeähnliche Gesicht dürften dem Seehund seinen Namen eingebracht haben.

Der Seehund gehört in die Ordnung der Raubtiere (Carnivora), dort zur Unterordnung Robbenverwandte (Pinnipedia) und in die Familie der Hundsrobben (Phocidae). Die Gattung Phoca teilt sich in zwei Arten, neben dem Seehund noch in den Largha-Seehund (P. largha). Der Seehund untergliedert sich in fünf anerkannte Unterarten: P. v. vitulinia (Nordost-Atlantik), P. v. conclor (Nordwest-Atlantik), P. v. richardsi (Nordost-Pazifik), P. v. stejnegeri (Nordwest-Pazifik) und in P. v. mellonae (Süßwasserseen, Kanada).

Merkmale

Die großen, runden Augen, die feuchte „Stupsnase“, das raue Bellen und das hundeähnliche Gesicht dürften dem Seehund seinen Namen eingebracht haben. Markant für die Tiere sind auch die sehr langen Barthaare, welche in trüben Gewässern zur Orientierung und zur Auffindung von Nahrung präzise eingesetzt werden können. Farbe und Zeichnung ihres Fells sind unterschiedlich: von grau bis braun, mit Flecken und Ringen gemustert. Die Jungen wechseln das weißliche Lanugofell bereits vor der Geburt und werden, im Gegensatz zu einigen verwandten Arten wie beispielsweise den Sattelrobben, mit einem „Erwachsenenfell“ geboren. Die Jungtiere der in Kanada heimischen Sattelrobben werden nämlich aufgrund ihres weißen, flauschigen Fells jedes Jahr brutal getötet. Unter der Haut haben die Seehunde wie alle Meeressäuger eine spezielle Fettschicht, den Blubber, die der Wärmeisolation und Energiereserve dient.

Seehundmännchen werden zwischen 150 und 185 Zentimetern lang und die kleineren Weibchen zwischen 120 und 170 Zentimetern. Die Männchen wiegen, je nach Verbreitungsgebiet, durchschnittlich zwischen 55 und 170 Kilogramm, die Weibchen etwa 45 bis 142 Kilogramm. Im Wasser bewegen sie sich durch kräftige Seitwärtsbewegungen ihres Hinterteils fort. Die langen Füße mit breiten Schwimmhäuten wirken dabei wie Flossen. An Land sind sie jedoch weniger nützlich. Die vorderen Gliedmaßen werden nur zum Steuern im Wasser und manchmal als Hilfe beim Klettern über Land und Eis eingesetzt. Seehunde können bis zu 40 Jahre alt werden.

Lebensraum

Im größten Teil ihres Verbreitungsgebietes leben Seehunde auf Sandbänken, Inseln, Felsen und manchmal sogar auf Eis. Die meiste Zeit halten sie sich in Küstengewässern auf und jagen dort nach Fischen.

Geografische Verbreitung

Der Seehund ist soweit verbreitet wie kein anderes Wasserraubtier: von der Nordsee über den Atlantik und Pazifik bis nach Südjapan.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Seehunde sind an Land oft in größeren Gruppen anzutreffen. Im Meer halten sie sich jedoch überwiegend alleine oder in kleinen Gruppen auf. Obwohl einzelne Tiere auf Nahrungssuche jährlich mehrere hundert Kilometer zurücklegen, kehren Seehunde jedes Jahr zum Werfen und Aufziehen der Jungen an denselben Ort zurück, an dem sie aufgewachsen sind.

Weibchen sind mit drei bis vier Jahren, Männchen mit fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Die fruchtbaren Zeiten der Weibchen liegen so, dass die Jungen zu klimatisch günstigen Zeiten und bei gutem Nahrungsangebot aufgezogen werden können. Die Paarung der Seehunde fällt mit der Entwöhnung der Jungen des Vorjahres zusammen. Nach einer Tragzeit von zehn bis elf Monaten wird meist ein Jungtier an Land geboren, je nach Verbreitungsgebiet zwischen Januar und Oktober. Die Neugeborenen sind mit acht bis zwölf Kilogramm bereits gut entwickelt und schwimmfähig. Sie werden für vier bis sechs Wochen von der Mutter gesäugt. Sie säugen die Jungen mit sehr nährstoffreicher fetter Milch, welche dadurch in diesen ersten Wochen das 2,5- bis 3,5-fache ihres Geburtsgewichtes erreichen. Die Jungtiere werden auch „Heuler“ genannt, da sie bei Kontaktverlust zur Mutter laut heulen können.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Weltweit entwickeln sich die Seehundbestände unterschiedlich. Auch in Deutschland wurden Seehunde früher stark bejagt und gingen bis in die 1970er Jahre stark zurück. Mit der Einstellung der Jagd und dem Schutz des gesamten Wattenmeeres – in Deutschland als Nationalpark – haben sich die Bestände wieder gut erholt. Dieser Bestandsanstieg wurde 1988 und 2002 durch die Seehundstaupe unterbrochen. Dieses Virus raffte jeweils ungefähr die Hälfte des Bestandes dahin. Man geht davon aus, dass das Virus vermutlich aus der Arktis in der Nordsee auf eine bis dahin noch nicht immunisierte Population traf, die zusätzlich durch hohe Schadstoffbelastung in ihrer Immunabwehr geschwächt war. Dies erklärt die hohen Opferzahlen, die zum Glück beim zweiten Ausbruch der Seuche prozentual bereits etwas geringer waren. Im Wattenmeer leben heute wieder über 40.000 Seehunde. An der deutschen Ostseeküste wurden die Seehunde hingegen gänzlich ausgerottet und nur selten lassen sich dort wandernde Tiere erblicken. Schätzungsweise leben weltweit noch 500.000 Seehunde. Weltweit gesehen sind die Seehundbestände nicht bedroht. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden der Seehund und auch seine Unterarten daher in die Kategorie „Gefährdung anzunehmen“ eingestuft. Ausnahme ist P. v. mellonae, für diese Unterart ist keine ausreichende Datengrundlage vorhanden.

In der Bonner Konvention CMS „zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten" wird der Seehund in Anhang II geführt. Vertragsstaaten im Verbreitungsgebiet dieser Tiere müssen strenge Schutzmaßnahmen ergreifen, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren.

Der Seehund ist auch in der Berner Konvention, dem „Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume“ erfasst. Er wird dort in Anhang III für „geschützte Tierarten“ geführt. Anhang III Arten sind zwar schutzbedürftig Tierarten, die aber unter bestimmten Auflagen in Ausnahmefällen bejagt oder in anderer Weise genutzt werden dürfen. Die Berner Konvention ist ein grundlegender Vertrag auf europäischer Ebene zum Schutz der biologischen Vielfalt. In der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-HabitatRichtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen auf dem Gebiet der Europäischen Union) ist der Seehund im Anhang II aufgeführt. Die Lebensräume der Arten des Anhangs II sind durch Ausweisung geeigneter Schutzgebiete zu erhalten und zu schützen. In Deutschland wird der Seehund in der nationalen Roten Liste als „gefährdet“ (Gefährdungsstufe 3) eingestuft.

Bedrohungen

Die weltweite Meeresverschmutzung stellt neben der Schrumpfung ihrer Lebensräume und der Jagd heute den Hauptbedrohungsfaktor für die Seehunde dar. Zur Verschmutzung der Meere tragen gefährliche und hochgiftige Stoffe wie Polybromierte Diphenyläther (PBDE), verschiedene chemische Substanzen, die bei der Herstellung von Elektrogeräten verwendet werden, die als Kühlmittel verwendeten Polychlorierte Biphenyle (PCB) und das Insektengift DDT wesentlich bei. Die Verwendung von PCB und DDT ist zwar in Deutschland inzwischen verboten, doch gelangen die schwer abbaubaren Gifte aus Entwicklungsländern, wo sie noch in großen Mengen eingesetzt werden, bis in unsere Küstengewässer. PCB, PBDE und DDT sind inzwischen in bedenklichen Mengen in unseren Meeren „gespeichert“ und reichern sich in den Körpern der Meeressäuger an. Werden die Konzentrationen zu hoch, schwächen sie die Tiere und machen sie für Infektionen anfällig.

Die hohen Giftkonzentrationen rufen auch andere Krankheiten hervor. Zu den schwerwiegendsten zählen krankhafte Veränderungen der Gebärmutter, welche zur Unfruchtbarkeit der Weibchen führen. Auch das Hormonsystem bringen die Gifte durcheinander, was Fortpflanzungsstörungen und verminderte Immunreaktionen zur Folge haben kann.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden