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Großschnäbel des Regenwaldes

Tukan

(Ramphastos spp.)

Die Familie der Tukane (Ramphastidae), gehört mit den Spechten und anderen zur Ordnung der Spechtvögel (Piciformes). Die Familie umfasst sieben Gattungen mit 40 Arten. Obwohl die mit den Wiedehopfen verwandten Nashornvögel (Bucerotidae) Afrikas den Tukanen ähnlich sehen, sind sie doch nicht näher mit diesen verwandt. Die größten Angehörigen der Familie sind die Tukane i.e.S. (Gattung Ramphastos), auf die nachfolgend näher eingegangen wird. Zur Gattung Ramphastos gehören elf Arten.

Merkmale

Allen Tukanen gemein ist ihr auffällig farbenfroher, gewaltiger Schnabel, der zum Beispiel beim männlichen Riesentukan (Ramphastus toco) 22 Zentimeter lang werden kann. Die Hauptmasse des Schnabels besteht aus dem stark ausgeweiteten Oberschnabel. Der Schnabel ist nicht massiv, sondern mit einem Netzwerk knochiger Spangen gefüllt, wodurch bei minimalem Gewicht ein Höchstmaß an Festigkeit erzielt wird. Der Schnabel ist stets leuchtend in zwei bis drei Farbtönen gefärbt, beim Regenbogentukan sogar in fünf. Die Zunge mancher Tukanarten kann bis zu 15 Zentimeter lang werden. Der größte Tukan ist der Riesentukan (Ramphastos toco) mit einer Gesamtlänge von 60 Zentimetern. Die buntesten Arten sind der Bunttukan (Ramphastos dicolorus) und der Regenbogen- oder Fischertukan (Ramphastos sulfuratus). Generell ist das Gefieder der Gattung Ramphastos vorwiegend schwarz, an drei gut abgesetzten Stellen leuchtet es in hellen Farben. Vor allem die Kehle und Brust sind je nach Art oder Unterart weiß, orange, orangerot oder gelb und oft mit einem roten Band von der schwarzen unteren Körperhälfte abgegrenzt. Die Oberschwanzdeckenfedern sind je nach Art rot, gelb, grün oder weiß gefärbt. Die Geschlechter sehen im Allgemeinen gleich aus, nur sind die Männchen länger und haben einen längeren Schnabel.

Lebensraum

Tukane sind reine Baumbewohner und besiedeln verschiedene tropische und subtropische Wälder unterer Höhenlagen. Sie benötigen alte, große und dicke Bäume mit Höhlen, die sie zum Brüten nutzen können.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Aufgrund ihrer leuchtend bunten Schnäbel und ihres Verhaltens gelten die Tukane als die Clowns der amerikanischen Tropenwälder. In Familien oder Schwärmen mit selten mehr als einem Dutzend Mitgliedern fliegen sie in lockerem Verband durch die Regenwälder und über angrenzende Lichtungen. Oft schwerfällig wirkend fliegen sie zwischen den Zweigen hin und her und schlagen mit ihren kräftigen Schnäbeln immer wieder laut gegen das Holz der Äste. Die großen Tukane sind keine schnellen und gewandten Flieger. Wenn sie einige Male mit den Flügeln geschlagen haben, halten sie sie ausgebreitet und gleiten abwärts; dann erst beginnen sie wieder mit dem Flügelschlagen. Ihre Flugbahn ist daher ausgesprochen wellenförmig. Meist klettern oder hüpfen sie in den Zweigen umher.

Ohne erkennbaren Ernst kämpfen sie miteinander, indem sie ihre Schnäbel wie Schwerter aneinander schlagen – solange, bis einer der beiden Kontrahenten den Sitzzweig verlassen muss. Eine andere interessante Verhaltensweise ist das gegenseitige Zuwerfen von Beeren mit dem Schnabel. Überhaupt legen Tukane viele spielerische Verhaltensweisen an den Tag. Zudem sind sie äußerst neugierig, auch gegenüber Menschen, was sie nur allzu oft zu leichter Beute werden lässt. Mit ihren Schnäbeln betreiben sie auch gegenseitige Gefiederpflege. Tukane sind trotz ihres teilweise bunten Gefieders und Schnabels nicht leicht im Kronendach auszumachen. Ihre schrillen, krächzenden Rufe, die sie vor allem abends erklingen lassen, verraten sie jedoch schon von weitem. Alle Tukane brüten in Baumhöhlen, die oft von Spechten stammen. Diese werden oft über viele Jahre immer wieder benutzt. Sie legen meist zwei Eier, die von beiden Partnern bebrütet werden. Dabei wechseln sie sich alle vierzig bis fünfzig Minuten beim Brutgeschäft ab. Die jungen Tukane kommen mit nackter roter Haut und blind auf die Welt. Erst nach über drei Wochen öffnen sich ihre Augen. Auch der Schnabel beginnt erst in diesem Alter, seine endgültige Form auszubilden. Die Federn junger Tukane wachsen so langsam, dass sie oft noch im Alter von einem Monat viel nackte Haut zeigen. Die Jungvögel bleiben etwa fünfzig Tage im elterlichen Nest, das in dieser Zeit von den Eltern konsequent sauber gehalten wird. Nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben, brüten die Eltern meist ein zweites Mal. Die größten natürlichen Feinde des Tukans sind Greifvögel, die manchmal Tukane fangen, die fast so groß sind wie sie selbst.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Die Größe des Gesamtbestandes aller elf Tukanarten der Gattung Ramphastos ist nicht bekannt. Alle 11 Arten werden von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste der bedrohten Arten mit „Gefährdung anzunehmen“ geführt. R. vitellinus, R. sulfuratus, R.. tucanus und R.. toco sind jedoch aufgrund ihrer zurückgehenden Bestände im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) in Anhang II und R. dicolorus im Anhang III gelistet. Arten im Anhang II dürfen für eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle gehandelt werden. Das heißt, dass der Verkauf lebender Vögel des Anhangs II oder deren Produkte möglich ist. Diese Verkäufe sind jedoch streng kontrolliert, wobei die Reglementierungen bei Arten des Anhang III weniger strikt sind. In der europäischen Artenschutzverordnung (EG-Verordnung 338/97) werden die fünf Arten im Anhang B (was einem ähnlichen Schutzstatus wie unter CITES entspricht) geführt.

Weitere Bedrohungen

In vielen Bereichen ihrer Verbreitungsgebiete haben die Tukane in der jüngeren Vergangenheit merklich unter den Nachstellungen durch den Menschen gelitten. Teils werden sie für den Verzehr oder ihrer Federn wegen abgeschossen, teils für den Heimtiermarkt gefangen. Überall im tropischen Südamerika erfreuen dem Nest entnommene, zahme, frei fliegend gehaltene Tukane durch ihr lebhaftes, aufmerksames Wesen den Menschen. Gerade weil sie von Natur aus Neugier zeigen, sind sie leicht zu bejagen. Keine große Mühe bereitet in vielen Fällen auch das Plündern ihrer Bruthöhlen. So kommt es, dass heute praktisch alle Tukanarten seltener sind als noch vor hundert Jahren. Darüber hinaus rauben heute Waldrodungen und der wachsende Bedarf an landwirtschaftlichen Nutzungsflächen den Tukanen ihren natürlichen Lebensraum und drängen sie auf immer kleinere Waldgebiete zurück. Von großer Bedeutung ist insbesondere der Verlust von alten, großen Bäumen, die dick genug sind, um Tukanen einen Platz für ihre Bruthöhle zu bieten.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden