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Leibspeise von Obelix

(Wild-)Schweine

(Familien Suidae, Altweltliche Schweine und Tayassuidae, Neuweltliche Nabelschweine)

Schweine gehören zur Ordnung der Artiodactyla (Paarhufer) und dort in die Überfamilie der Suoidea - der ältesten, ursprünglichsten und nicht wiederkäuenden Paarhufer. Die Suoidea untergliedern sich in zwei Familien: die Suidae (Altweltliche Schweine) und Tayassuidae (Neuweltliche Nabelschweine). Die Familie der Suidae umfasst fünf Gattungen mit insgesamt 14 Arten: Babyrousa (Hirscheber, eine Art), Hylochoerus (Riesenwaldschwein, eine Art), Phacochoerus (Warzenschweine, zwei Arten), Potamochoerus (Buschschweine, zwei Arten) und Sus (Wild-, Bart- und Pustelschweine, acht Arten). Die Familie der Tayassuidae umfasst zwei Gattungen: Tayassu (Pekari) und Catagonus (Chacopekari) mit insgesamt drei Arten.

Merkmale

Die heute lebenden wilden Schweine sind mittelgroße Paarhufer mit massigem Kopf, kurzem Hals sowie einem kräftigen und wendigen Körper. Die Körpermaße variieren stark: Das bei uns heimische Eurasische Wildschwein Sus scrofa wird zwischen 90 und 180 Zentimeter lang und sein Gewicht variiert dabei zwischen 50 bis 200 Kilogramm. Die größte Art ist jedoch das Riesenwaldschwein Hylochoerus meinertzhageni mit einer maximalen Körperlänge von 210 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 275 Kilogramm. Das Zwergwildschwein Sus salvanius ist das Kleinste: Es wird nur 65 Zentimeter lang und bis zu 9 Kilogramm schwer. Die Pekaris Catagonus spp. und Tayassu spp .sind mittelgroße Tiere und den Altweltlichen Schweinen ähnlich, besitzen jedoch lange, schlanke Beine. Auffällig sind auch die weißen Lippen und Wangen des Weißbartpekaris Tayassu pecari. Die Pekaris werden je nach Art zwischen 80 und 135 Zentimetern lang und zwischen 16 und 40 Kilogramm schwer. Das Fell der Schweine ist rau und borstig. Die Farbe variiert von bräunlich-grau (Eurasisches Wildschwein), schwarzbraun (Zwergwildschwein), rot-gelb mit schwarzen Spitzen (Pustelschwein), weiß-grau (Hirscheber) über gesprenkeltes Dunkelgraubraun (Chacopekari). Die Augen der Schweine sind klein, dafür besitzen sie jedoch relativ lange Ohren. Der Gehör- und Geruchssinn sind gut ausgebildet. Die Schnauze der Schweine ist recht beweglich und läuft in einer Rüsselscheibe mit zwei Nasenlöchern aus. Seitlich aus der Schnauze ragen zwei mächtige Hauer (untere Eckzähne) heraus. Sehr bizarr sieht der asiatische männliche Hirscheber aus. Bei ihm wachsen neben den unteren großen Eckzähnen auch die oberen zwei Eckzähne in die Länge. Sie stoßen senkrecht nach oben durch die Rüsseldecke und krümmen sich nach hinten. Einige Arten besitzen zudem auch stark ausgeprägte Gesichtswarzen, wie die Pustel- oder Warzenschweine. Hauer und Gesichtswarzen sind bei den männlichen Tieren (Keiler) am stärksten ausgeprägt. Struktur und Funktion von Schnauze, Hauern und Gesichtswarzen sind auf die Nahrungsaufnahme und Kampf ausgerichtet. Der Schwanz der Schweine endet in einer Quaste. Er wird zum Insekten vertreiben und zum Ausdruck ihrer jeweiligen Stimmung genutzt.

Lebensraum

Die verschiedenen Arten sind hervorragend an das Leben in temperierten, subtropischen und tropischen Wäldern (Laub- und Nadelwälder, sogar Mangrovenwälder) sowie an Busch- und Grasland, Steppe, Savanne und Sümpfe angepasst.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Schweine sind meist nachtaktiv, so dass sie nur selten mit Menschen in Kontakt geraten. Unsere heimischen Wildschweine leben ebenso wie die Warzenschweine auch tags- und dämmerungsaktiv. Schweine leben vorrangig in kleinen Gruppen in denen festgelegte Rangordnungen bestehen. Meist leben die weiblichen Schweine (Bachen) mit ihren Jungtieren aus verschiedenen Generationen zusammen und bilden somit große Rotten. Wird die Rotte zu groß, teilt sie sich in kleinere „Familienverbände“ auf, wobei Wasserlöcher, Suhlen, Ruhe- und Futterplätze geteilt werden. Bartschwein-Rotten auf Borneo und Weißbartpekari-Rotten umfassen zum Beispiel etwa 100 Tiere, wobei die Zahl zwischen 50 und 400 variieren kann. Ausgewachsene Keiler leben meist als Einzelgänger oder schließen sich zu „Junggesellengruppen“ zusammen. Die Reviergrößen variieren je nach Art und Habitat stark: Halsbandpekari – 0,03 bis 0,8 Quadratkilometer, Zwergwildschwein – etwa 0,25 Quadratkilometer, Warzenschweine – 1 bis 4 Quadratkilometer, Eurasische Wildschweine – 10 bis 20 Quadratkilometer. Ihr Revier markieren Schweine durch Sekretabsonderungen der Lippendrüsen, Stirndrüsen (Warzen- und Riesenwaldschwein), Fußdrüsen (Buschschwein) oder Rückendrüsen (Pekaris). Untereinander kommunizieren die Gruppenmitglieder durch Quicken, Schnalzen und Grunzen. Lautes Grunzen dient als Warnsignal wobei rhythmisches Grunzen das Paarungsvorspiel einleitet. In den feuchten Tropen gibt es keine spezielle Paarungszeit. In den gemäßigten Regionen findet die Paarung alljährlich im Herbst statt. Die Keiler der altweltlichen Schweine sind bereits mit 18 Monaten geschlechtsreif, können sich jedoch erst mit etwa vier Jahren erfolgreich paaren, wenn sie vollkommen entwickelt sind. Die Pekaris sind etwa mit zwei Jahren fortpflanzungsfähig. In der Paarungszeit legen die Keiler oft weite Strecken zurück, um zu brünstigen Weibchen zu gelangen. Nach einer Tragzeit von 100 Tagen (Zwergwildschwein) bis zu 175 Tagen (Gewöhnliches Warzenschwein) graben die Bachen eine flache Mulde oder ein Erdloch (Warzenschwein) und polstern diese mit Gras für die Jungtiere aus. Die Bachen werfen ein bis zwölf Junge, die nach der Geburt 500 bis 900 Gramm wiegen. Die ersten Monate säugt die Mutter ihre Jungen, wobei jeder Frischling seine „eigene“ Zitze besitzt. Nach zehn Tagen verlassen die Jungtiere zum ersten Mal das Nest und werden nach etwa drei Monaten von der Muttermilch entwöhnt. In der Regel liegt die Lebenserwartung der verschiedenen Schweinearten bei 15 bis 20 Jahre, Hirscheber können sogar 24 Jahre alt werden.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Der Bestand der wild lebenden Schweine Afrikas und des weit verbreiteten Eurasischen Wildschweins ist gut entwickelt. Die Populationen des Zwergwildschweins, aller Pustelschweinarten, der Bartschweine, des Hirschebers und der drei Pekariarten hingegen sind aufgrund von Lebensraumverlust stark zurückgegangen. Während manche Arten bedroht sind, entwickeln sich andernorts etliche Wildschweinpopulationen zur wahren Plage und gefährden sogar einheimische Arten (beispielsweise in Australien, wo sie durch den Menschen eingeführt wurden). In der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind die verschiedenen wildlebenden Schweinearten wie folgt geführt: „Vom Aussterben bedroht“: Zwergwildschwein und Visayas-Pustelschwein; „Stark gefährdet“: Java-Pustelschwein und Chacopekari; „Gefährdet“: Hirscheber und Mindoro-Bartschwein. Die anderen Schweinearten sind in der Roten Liste in Kategorien mit geringerer Gefährdung oder ungenügender Datenlage vermerkt. Die Unterarten der einzelnen Schweinearten weisen zum Teil eine abweichende Gefährdung auf und fallen damit unter andere Kategorien der Roten Liste. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) sind der Hirscheber, das Zwergwildschwein und Chacopekari unter Anhang I gelistet. Die Arten und ihre Produkte dürfen damit international nicht kommerziell gehandelt werden. Unter CITES Anhang II sind die beiden Gattungen Catagonus spp. und Tayassu spp. gelistet. Damit sind alle Arten dieser Gattungen und ihre Körperteile nur mit behördlicher Genehmigung international handelbar (Ausnahme: Chacopekari Anhang I). Die Europäische Artenschutzverordnung (EGVerordnung 338/97) übernimmt die Schutz- und Handelsbestimmungen der Schweinearten von CITES und verlangt für den kommerziellen Handel nach Anhang II sogar weitere Genehmigungen. In der Berner Konvention dem „Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume“ ist das Sardische Wildschwein Sus scrofa meridionalis, eine Unterart des Wildschweins, in Anhang III gelistet. Es ist auf Korsika und Sardinien beheimatet und als Anhang IIIUnterart schutzbedürftig.

Weitere Bedrohungen

Bejagung

Pekaris zählen in Lateinamerika zu den wichtigsten Beutetieren der Einheimischen. Tausende von Tieren werden jährlich getötet, aber nicht nur für den Eigenbedarf. Fleisch und Häute werden beispielsweise auch in vielen Städten im Amazonasgebiet auf dem Markt verkauft. Auch für alle asiatischen Schweine stellt die Jagd die Hauptgefährdung dar. Besonders in von Menschen stark besiedelten Regionen fallen Schweine auf der Suche nach Nahrung immer wieder in landwirtschaftliche Flächen ein und verursachen oftmals großen Schaden an Feldfrüchten. In vielen Regionen werden sie deshalb oft rücksichtslos gejagt oder auch vergiftet wie zum Beispiel in Japan, Vietnam, Indonesien, Philippinen und auf Taiwan. Auch alle Pustelschweine und der Hirscheber in Südostasien sind durch Bejagung bedroht.

Lebensraumverlust und Umweltveränderung

Die meisten der bedrohten, wilden Schweinearten sind durch den Verlust oder die Degradation ihres Lebensraums gefährdet. Besonders in stark von Menschen besiedelten Regionen finden sie kaum noch Rückzugsmöglichkeiten und Nahrung, da zum Beispiel Wälder gerodet und Marschland trockengelegt wird. Die so gewonnenen Flächen werden in Forstplantagen und Ackerland umgewandelt oder besiedelt. So fallen zum Beispiel im Verbreitungsgebiet der Pekaris jährlich mehr als eine Million Hektar Naturwald der Rodung zum Opfer. Abholzung und Plantagenwirtschaft haben den Bestand des Hirschebers sogar so drastisch reduziert, dass er im Norden Sulawesis und auf der vorgelagerten Insel Sulabesi ausgerottet wurde. Besonders bedroht von Lebensraumzerstörung ist das Zwergwildschwein. Durch die starke Zunahme der Bevölkerung im indischen Bundesstaat Assam sind in den letzten Jahren mindestens zwei Populationen des Zwergwildschweins verschwunden. In Nepal, Bhutan und Bangladesh gelten Zwergwildschweine bereits als ausgestorben. Ihr Lebensraum – das Grasland – ist durch kommerzielle Aufforstungsmaßnahmen, Überweidung durch Haustiere und Nutzung des Grases zum Hausbau stark zurückgegangen. Das übriggebliebene Grasland verteilt sich auf kleine, isoliert voneinander liegende Flächen. Ein weiteres Problem ist das natürliche oder herbeigeführte Abbrennen der Grasflächen in der Trockenzeit. Die Zwergwildschweine suchen dann Deckung in verbliebener, nicht niedergebrannter Vegetation wie zum Beispiel in Teeplantagen, wo sie leicht geschossen werden können. Es ist daher wichtig, dass das Überleben der Zwergwildschweine in dieser dicht besiedelten Region durch Schutzgebiete wie Manas in Nordwest-Assam gesichert wird.

Krankheiten und genetische Kontamination

Die Populationen von wilden Schweinen werden auch immer wieder stark durch Krankheiten dezimiert wie zum Beispiel durch Schweinepest, Schweine-Cholera, Maul- und Klauenseuche und Hautkrankheiten. Diese Krankheiten können unter anderem von Haustieren wie domestizierten Schweinen auf Wildpopulationen übertragen werden und dort einen Großteil der Individuen infizieren oder sogar töten. Ein weiteres Problem ist die genetische Vermischung von freilaufenden domestizierten Schweinen mit Tieren aus Wildpopulationen und die damit drohende Verdrängung der Wildart durch Hybrid-Nachkommen.

Weitere Informationen sind beim WWF zu finden